Der Wunsch nach Veränderung
Über keinen anderen Politiker wird derzeit so viel gesprochen wie über den amerikanischen Präsidentschaftskanditaten Barack Obama. Nicht zuletzt wegen seiner angekündigten Rede am Donnerstag in Berlin. Nachdem er zunächst in die Füßstapfen von Kennedy treten und vor dem Brandenburger Tor reden wollte, spricht er nun vor der Siegessäule.
Was macht diesen Obama eigentlich so beliebt? Gerade bei den Deutschen hat er viele Hoffnungen geweckt, gerade was die amerikanische Außenpolitik betrifft. In einer Spiegel-Umfrage gaben 76% an, sie würden sich Obama als zukünfigen Präsidenten wünschen. Nur 10% stimmten für seinen Konkurrenten McCain.
Doch was erwartet uns wirklich, wenn Obama tatsächlich die Wahl gewinnen sollte? Wird sich außenpolitisch wirklich so viel verändern, wie gehofft? Wenn man nach dem kürzlich veröffentlichten Obamas 5-Punkte-Plan geht, wohl eher nicht. Eine Verstärkung der Truppen in Afghanistan um weitere 10000 Soldaten. Allerdings sollten im Gegenzug die Truppen aus dem Irak abgezogen werden. Obama sprach zuletzt von einer Dauer von 16 Monaten, in denen das geschehen soll. Aber gleichzeitig verhandelt er schon über eine dauerhafte Stationierung von amerikanischen Soldaten im Irak, so wie es einst in Deutschland der Fall war. Auch bekräftigt er seine volle Unterstützung für Israel, welches er um jeden Preis verteidigen werde. Da Israel der Ursprung der angespannten Beziehungen zu den Nahost-Staaten ist, wird sich auch hier wahl kaum etwas bewegen. Denn ein noch so unerfahrener Kandidat wie Obama wird außenpolitisch keine Schwäche zeigen können.
Allerdings sieht es da bei dem Kandidaten der Republikner, John McCain, nicht sehr viel besser aus. Auch er machte in dieser Hinsicht seinen Standpunkt klar deutlich. Mit einem Diktator, wie dem iranischen Präsidenten, der in aller Öffentlichkeit seinen Hass auf Israel kund tut, wird er nicht verhandeln. Auch McCain wird in der Außenpolitik seine Macht demonstrieren wollen.
Einen großen Unterschied macht es also nicht, wer letztendlich das Szepter in der Hand hält. Es bleibt abzuwarten, wer am Schluss die meisten Wähler mobilisieren kann.
Obamas erste Bewährungsprobe wird aber mit Sicherheit die Rede am kommenden Donnerstag sein. Da kann er zeigen, ob er Präsidentschaft gewachsen ist und es schafft, mit vorherigen Präsidenten mitzuhalten.
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Alles, was man tut, hat früher oder später eine Konsequenz!
— Dexter
